Wünsche

27. August 2018

Bitte unterstützen Sie den Erwerb der Hängerolle „Die Berglandschaft“ zum Abschied von Professor Klaas Ruitenbeek. 

Die Berglandschaft 
von Jao Tsung-I/Rao Zongyi 饒宗頤(1917–2018) aus dem Nachlass von Prof. Dr. Wolfgang Franke,
Hängerolle, Tusche auf Papier, 120 x 56 cm
Inschrift des Künstlers: Xuantang moxi選堂墨戲, „Tuschespiel des Xuantang“,
Siegel: Rao Zongyi yin饒宗頤印, „Siegel des Rao Zongyi“
©  Foto: Jörg von Bruchhausen

Die südliche Küstenprovinz Guangdong mit ihrer eigenen Sprache Kantonesisch und ihrer Hauptstadt Kanton, in der Qing-Zeit bis zum Ersten Opiumkrieg (1839–1842) für europäische und amerikanische Händler das einzige Tor zu China, hat immer eine eigene, weltoffene und kosmopolitische Kultur gehabt. Auch die Kunst verfolgte dort eigene Wege, hier sei nur die Lingnan-Schule erwähnt. Mit Hong Kong bestand eine enge Beziehung, viele Neuerungen aus dem Westen, erreichten China über Hong Kong. Obwohl das Museum eine umfangreiche, mehrere hundert Bilder umfassende Sammlung chinesischer Malerei aus dem späten 19. und dem 20. Jahrhundert besitzt – worunter sich auch eine kleine Anzahl von Schriftkunstwerken befindet – sind darunter nur relativ wenige Werke von Künstlern aus Guangdong, und aus Hong Kong kaum einige.

Der renommierte Gelehrte und Künstler Jao Tsung-I (Rao Zongyi 饒宗頤, Künstlername hao Xuantang), 1917 geboren in Chaozhou in der Region Kanton, gestorben in Hong Kong 2018, ist ein geradezu exemplarischer Vertreter der Kultur und Kunst von Guangdong und Hong Kong, wohin er 1949 umsiedelte. Das Museum besitzt kein Beispiel seiner Kunst.

Klaas Ruitenbeek wünscht sich diese Landschaft aus der Hand Jao Tsung-I´s zur Vervollständigung der Sammlung.

Sie ist in vielerlei Hinsicht bedeutungsvoll :

Es handelt sich um eine Landschaft, die nur mit schwarzer Tusche ausgeführt ist. Solche Bilder bilden das edelste Genre im Kanon der Literatenmalerei. In ihrer Betonung des virtuosen Umgangs mit Pinsel und Tusche stehen sie der erstrangigen Schreibkunst sehr nahe. Die Landschaft mit ihren konstituierenden Elementen Berge und Wasser verkörpert die gegensätzlichen, sich dabei jedoch ergänzenden und bedingenden Kräfte des Universums. Der Betrachter des Bildes ist aufgefordert, dieses im Geiste zu durchwandern und sich so als Teil des Universums zu begreifen.

Jao Tsung-I war keineswegs nur Maler und Schreibkünstler, sondern auch ein Virtuose im Spiel der Wölbbrettzither qin. Er war ein universeller Gelehrter. Als Historiker, Philologe und Archäologe leistete er bedeutende Beiträge zu so diversen Fachgebieten wie den Orakelknocheninschriften, dem Glockenspiel aus dem Grab des Marquis Yi von Zeng, der Dunhuang-Forschung oder der Geschichte der chinesischen Malerei. Dass er sich auch mit den kulturgeschichtlichen Verflechtungen zwischen Indien und China befasste, passt besonders gut zu Klaas Ruitenbeek, der als Direktor ebenfalls die Kunst dieser beiden Regionen im Blick haben muss.

Eine weitere Verflechtung ergibt sich über die Provenienz des Bildes. Es stammt aus dem Nachlass von Prof. Wolfgang Franke, aus dem das Museum bereits einige bedeutende Objekte besitzt. Wolfgang Franke hatte Jao Tsung-I während seiner Tätigkeit als Gastprofessor an der chinesischen Nanyang-Universität in Singapore 1969/70 näher kennengelernt. Auch Klaas Ruitenbeek hatte das Vergnügen, dem großen Gelehrten zu begegnen. Er sagt dazu: „Selber besuchte ich ihn 1991 in seiner Wohnung in Hong Kong. Ich arbeitete damals an einer Ausstellung über Fingermalerei in Ostasien, mit dem Maler und Beamten Gao Qipei im Mittelpunkt (Katalog Discarding the brush. Gao Qipei (1660–1734) and the art of Chinese finger painting, Rijksmuseum Amsterdam, 1992). Aus seiner Privatsammlung lieh er damals eine Fingermalerei von Wu Wei (1636–1696), eine wunderschöne Querrolle mit Blumen und Insekten. In einem brillanten Artikel aus 1984 hatte er nachgewiesen, das Gao Qipei wahrscheinlich über Wu Wei zur Fingermalerei gekommen war. Er zeigte sich als ein überaus liebenswürdiger Mann.
Ich wusste damals noch nicht, dass er auch ein bedeutender Künstler war.“

Bitte helfen Sie uns  mit Ihrer Spende auf unser Konto
Deutsche Bank: IBAN DE03 1007 0024 0729 0901 00 – BIC DEUTDEDBBER
dieses schöne Werk im Gedenken an Klaas Ruitenbeeks Amtszeit zu seiner Freude zu erwerben!

Weitere Informationen:
ETH – e-periodica

Helmut Brinker: Moxi – „Tuschespiele“ in Theorie und Praxis der chinesischen Malerei.
In: Georges-Bloch-Jahrbuch des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Zürich; 1.1994, S. 9-28.

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Dank Ihrer Unterstützung trug die Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst dazu bei, dass  ein Katalog erstellt werden konnte:

Der Katalog dokumentiert den 2011 erfolgten schönen Ankauf eines Konvoluts von
Zeichnungen sowie eines Leporelloalbums.

M.-Beckmann-Zeichnung

Matthias Beckmann (geb. 1965)
Ai Weiweis Teehaus und der kaiserliche Thronsitz
Radierung, Graphit, 29,7 cm x 21 cm, 2011

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Um die Kasse für nächste Erwerbungswünsche des Museums wieder aufzufüllen sind weitere Spenden sehr willkommen!

Auf konkrete Erwerbungswünsche werden wir auf dieser Seite hinweisen.
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Dank Ihrer Spenden trug die Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst dazu bei, dass  ein weiteres Kunstwerk für das Museum für Asiatische Kunst erworben werden konnte:

Kesi-web2Bildwirkerei (chin. kesi) mit Dekor von Pfauen und Phönixen zwischen Päonien und Lotos China, frühe Ming-Dynastie, 14./15. Jh., 100 x 120 cm, © Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Foto: Jürgen Liepe

Vielfalt und Schönheit chinesischer Textilien sind legendär, und seit rund 20 Jahren richtet sich bei uns das Augenmerk bei Neuerwerbungen chinesischer Kunst auf diesen Zweig der chinesischen Kunstgeschichte in besonderer Weise. So wurde versucht, eine möglichst breit gefächerte Sammlung chinesischer Textilien aufzubauen. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Deutschen Gesellschaft für Ostasiatische Kunst gelang in den beiden letzten Jahrzehnten die Erwerbung einer Reihe von ranghohen Textilarbeiten. Unter diesen befindet sich eine charakteristische Gruppe von besonderem Reiz. Es sind Bildwirkereien (chin. kesi), bei denen sich das Bildmotiv aus nebeneinander stehenden Farbflächen aufbaut. Vermutlich durch Vermittlung turkstämmiger Uighuren gelangte diese Technik im 10. Jahrhundert nach China. Das älteste Zeugnis dieser Technik in unserer Sammlung stammt aus der Nördlichen Song-Dynastie (960–1127), das jüngste kam erst vor kurzem als Leihgabe der MCH-Foundation – Sammlung Hammonds in die Sammlung, ein Paar Kesi-Behänge als Hängerollen montiert aus der Ära Qianlong (1736–1795) der Qing-Dynastie. Eine grandiose Blüte erlebte die Bildwirkerei in der frühen Ming-Zeit (14./15. Jh.). Die Arbeit, die Herbert Butz, Kurator und Leiter der Ostasiatischen Kunstsammlung, der nach mehr als 25 Jahren im nächsten Frühjahr in Ruhestand geht, zur Abrundung der Sammlung für besonders wichtig erachtet, stammt aus dieser Zeit.

Es handelt sich um eine farbenprächtige Bildwirkerei, die im Zentrum Rangabzeichen mit Pfauenpaaren zwischen Päonien zeigt. Diese quadratischen Rangabzeichen sind eingefügt in Bildfelder mit grandiosen Darstellungen von Lotos in verschiedenen Stadien der Blüte, die sich über von Gischt umspülten Wellenbergen erheben. Eingestreut sind außerdem Fragmente mit Phönixen zwischen Päonien.

Zum Rang und zur Geschichte der Sammlungen chinesischer Textilien in der Berliner Sammlungen s. H. Butz in den Nachrichten aus dem Museum für Ostasiatische Kunst in Heft 9 der Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Ostasiatische Kunst (Oktober 1994) S.28-31

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Dank Ihrer Spenden trug die Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst mit 20.000 Euro dazu bei, dass durch die Staatlichen Museen zu Berlin ein weiteres Kunstwerk für das Museum für Asiatische Kunst erworben werden konnte:

Weinranken

Achtteiliger Stellschirm, Tusche auf Papier, Korea, Joseon-Dynastie, 18.-19. Jh., 107 x 53 cm je Blatt, Gesamtgröße 171 x 496 cm
© Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Foto: Jürgen Liepe

In der koreanischen Malerei ist der Faltschirm ebenso wie in Japan ein wichtiges Format. Koreanische Stellschirme sind meist Einzelstücke und bestehen aus acht oder zehn Teilen. Die bemalten Flächen sind meist, anders als in Japan, nicht zu einer großen Bildfläche zusammengefasst, son­dern mit Seidenstreifen gerahmt und dadurch voneinander getrennt. Trauben sind in der ostasiatischen Kunst ein beliebtes Motiv, sie implizieren Fülle und zahlreichen Nachwuchs. Die dunklen, grotesk gewundenen Rebstöcke, die feinen Sprossranken, die großen, fünflappigen Blätter mit ihren prononcierten Nerven, die Trauben mit Beeren in unterschiedlichen Farbnuancen fordern den Maler heraus, sein ganzes Können vorzuführen, ähnlich wie dies beim Bambus, der Pflaumenblüte und der Orchidee der Fall ist, ebenfalls Hauptthemen in der Tuschemalerei.

In der chinesischen und japanischen Malerei findet man Traubendarstellungen meist in kleineren Formaten. Große Stellschirme mit Reben, die in rhythmischer Exuberanz und manchmal wie in einem wilden Tanz die ganze Fläche ausfüllen, sind eine koreanische Spezialität. Die frühesten Beispiele stammen aus dem 17. Jahrhundert, später, im 19. Jahrhundert, wurde das Thema in der Volkskunst aufge­nommen und oft durch Eichhörnchen ergänzt, die an den Trauben knabbern. Namhafte Literatenmaler wie Yi Gye-ho (1574–1646?), Pak Se-chae (1632–1695) und Choi Sok-hwan (1782–ca. 1850) schufen Meisterwerke der Gattung. Der hier vorgeführte Stellschirm mit Weinreben ist zwar weder signiert oder datiert, jedoch legt die ausdrucksvolle, dynamische Malweise nahe, dass er von einem hervor­ragenden Künstler, möglicherweise aus dem Umfeld von Choi Sok-hwan, geschaffen wurde.

 

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