Jour fixe im April

Donnerstag, 07. April 2016, 19 Uhr

Ort: Kleiner Vortragsraum der Museen Dahlem, Eingang Takustraße 40

Rainald Simon

Lesung und Gespräch mit Rainald Simon

Shijing 詩經: Das altchinesische Buch der Lieder

Das Shijing – das altchinesische Buch der Lieder – ist die älteste Gedichtsammlung Chinas und eines der fünf kanonischen Werke, die laut Überlieferung von Konfuzius zusammengestellt wurden. Die Gedichte aus dem 11. bis 7. Jahrhundert v.Chr. gehören mit Homers Epen zu den ältesten literarischen Zeugnissen der Menschheit und bilden über zwei Jahrtausende hinweg die wichtigste Grundlage für die chinesische Lyrik.

Die 305 Liedtexte liefern dem heutigen Leser einen überraschend lebendigen kulturhistorischen Eindruck der von konfuzianischen Riten geprägten Gesellschaft der Zhōu-Dynastie. Der bisweilen sozialkritische Ton führt uns das Leben der Menschen aus der Bronzezeit vor Augen, die bäuerliche Welt und die korrupten Beamten ebenso wie das ausschweifende Leben des Adels und die chinesische Kochkunst. Bis heute finden sich in chinesischen Redensarten einige Verse aus dem Buch der Lieder.

Die Neuübersetzung von Rainald Simon ist die erste deutsche Gesamtübersetzung des Buchs der Lieder seit Victor von Strauß‘ gereimter Fassung von 1880.

Rainald Simon studierte Sinologie, Politologie, Ostasiatische Kulturwissenschaften und Vietnamistik in Frankfurt am Main und Shanghai; 1982 promovierte er über die frühen Lieder des Su Dongpo. Er arbeitete als Dozent für Chinesisch, ist seit über zwanzig Jahren als Übersetzer tätig und hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur chinesischen Kulturgeschichte vorgelegt.

Die Moderation des Abends wird Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, Mitglied unserer Gesellschaft seit ihrer Neugründung, übernehmen. Herr Schmidt-Glintzer war von 1993 bis 2015 Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und zuvor von 1981 bis 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft an der Universität München. Derzeit ist er Direktor des China Centrum Tübingen sowie Senior Research Fellow am Lichtenberg Kolleg der Universität Göttingen. Er wurde bekannt durch seine umfangreiche Geschichte der chinesischen Literatur (1990).

 

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